Hunger macht reich

Mai 17, 2008

Die Deutsche Bank informiert:

Alle Welt spricht über Rohstoffe – mit dem DB Platinum Agriculture Euro Fonds können Sie an der Wertentwicklung von sieben der wichtigsten Agrarrohstoffe partizipieren.

Folgende Erfolgsfaktoren lassen eine Wertsteigerung der Agrarrohstoffe erwarten:

  • Signifikant steigende Bevölkerung
  • Veränderung der Ernährungsgewohnheiten durch steigenden Lebensstandard in den Schwellenländern
  • Erhöhte Nachfrage nach Agrarrohstoffen bei der Produktion von erneuerbaren Energien
  • Historisch weltweit niedrige Lagerbestände an Agrarrohstoffen

In einem Werbeflyer ergänzen sie: Der db Agriculture Euro Index hat sich in der Vergangenheit nachhaltig positiv entwickelt. In dem Zeitraum von Januar 2002 bis Januar 2008 ist der Index um 101,8% gestiegen, die errechnete durchschnittliche jährliche Rendite betrug 12,39%. Wieviel das umgerechnet in verhungerten Menschen ausmacht, haben sie nicht dazu geschrieben.


Medikamente zu teuer

Mai 15, 2008

Ärzte ohne Grenzen meldet: Der UN-Gipfel zur Gesundheitsforschung und -entwicklung ist ohne konkrete Reformvorschläge zur besseren Versorgung von Kranken in ärmeren Ländern zu Ende gegangen. Vom 28. April bis zum 3. Mai 2008 trafen sich Vertreter von mehr als 100 Regierungen, um Vorschläge zu entwickeln, wie der Zugang zu medizinischen Produkten in Entwicklungs- und Schwellenländern sichergestellt werden kann. Dringend benötigte Medikamente sind für Millionen von Patienten unerschwinglich. Für viele Krankheiten gibt es überhaupt keine wirksamen Behandlungsmöglichkeiten, da Forschung aufgrund fehlender Profitaussichten nur unzureichend stattfindet.

“Die Verhandlungen sind vielfach von den Industrieländern blockiert worden”, sagt Oliver Moldenhauer, Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland. “Zentrale Fragen wurden auf die Vollversammlung der Weltgesundheitsorganisation Ende Mai vertagt. Hierzu gehört insbesondere die Frage der Finanzierung von Forschung und Entwicklung.”


Indien: Mehr Kinderarbeit

Mai 15, 2008

Unicef rechnet mit 1,5 bis 1,8 Millionen mehr unterernährten Kindern in Indien. Grund dafür sei die Verbindung von Armut mit der Verdoppelung der Lebensmittelpreise, sagte Daniel Toole, Zuständiger der Unicef für die Region Südasien, am Dienstag in Delhi. Besonders betroffen seien Alte, Frauen und Kinder.

Nach Toole werden sich sowohl die Anzahl als auch die Qualität der täglichen Mahlzeiten verringern. Es wird weniger Fleisch und weniger Öl gegessen werden, was die hauptsächlichen Kalorien- und Proteinlieferanten in der Region sind. Und: Je mehr Geld für Lebensmittel ausgegeben wird, desto weniger kann in Bildung und Gesundheit der Kinder investiert werden. Schon jetzt beobachtet die Unicef, wie Eltern ihre Töchter aus der Schule nehmen, um sie zum Arbeiten zu schicken.

“Kinderarbeit wird zu-, Schulbesuche werden abnehmen. Dies wird eine langzeitliche Auswirkung auf die Kinder und auf die ganze Gesellschaft haben”, erklärte Toole. Bereits jetzt leiden in Indien 48 Prozent der Unter-Fünfjährigen an den Folgen der Unterernährung, 30 Prozent der Neugeborenen kommen mit Untergewicht auf die Welt. Gleichzeitig wird geschätzt, das in Indien über 60 Millionen Kinder arbeiten. Das Land weist die damit die höchsten Raten in Südasien auf.


Birma: Industrieländer schuld

Mai 10, 2008

Nach Ansicht von Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid zeigt sich in Burma, dass die Klimakatastrophe vor allem auch eine soziale Katastrophe ist. Und auch die Industrieländer Verantwortung für die Toten im Katastrophengebiet tragen. Smid:

“Bis zu einer Million Menschen sind obdachlos. Schätzungen von unabhängigen Hilfsorganisationen gehen inzwischen von bis zu 100.000 Todesopfern aus. Das Geschehen entspricht genau dem, wovor der Weltklimarat (IPCC) gewarnt hat: Vor der extremen Verwundbarkeit der Menschen, die in Armut in tiefgelegenen Küstenregionen und Flussdeltas leben, zusammen mit dem wachsenden Risiko von heftiger werdenden Wirbelstürmen in diesen Regionen.

Wassermassen stehen auf den Feldern, auf denen vor einer Woche noch Reis wuchs. Der überwiegende Teil der Einwohner Burmas lebt von der Landwirtschaft. Der Zyklon Nargis hat die Ernten vernichtet. Burma gehört zu den weltweit wichtigsten Reisproduzenten. Mindestens 5.000 Quadratkilometer, eine Fläche doppelt so groß wie das Saarland, sind überschwemmt. Das Irrawaddy-Delta gehört mit zu den vierzig durch den Klimawandel gefährdetsten Regionen weltweit. Der Zyklon hat die Wassermassen bis zu 100 Kilometer landeinwärts getrieben. Bei solchen Extremwetterlagen geht es eben nicht nur um ein paar Zentimeter Meeresspiegelanstieg.

Die bittere Wahrheit ist, dass die Industriestaaten diese Katastrophe mit verursacht haben. Das gnadenlose Militärregime in Burma lässt die Opfer aus reinem Machtkalkül hängen. Aber wer trotz besseren Wissens beispielsweise an der Verfeuerung der klimaschädlichen Kohle festhält, trägt genauso eine Mitverantwortung an dem Desaster in Burma.”

PS: Jeder kleine gelbe Punkt auf der Karte ist ein (ehemaliger, jetzt überfluteter) Ort. Zur Großansicht auf Karte klicken (Unosat-Map, 2MB).


Tropenholz im Wohnzimmer

Mai 7, 2008

Die großen Urwälder sind bereits zu 80 Prozent zerstört. Dazu trägt auch der Konsum von Urwaldholz bei. Deutschland hat im Jahr 2006 rund 420.000 Kubikmeter tropisches Holz importiert. Meist landet es in Parkett, Gartenmöbeln, Bauholz, Sperrholzplatten, Fenstern und Türen. Ein Fünftel aller freigesetzten Treibhausgase stammen aus der Zerstörung und Degradierung der letzten Urwälder. In Deutschland werden bundesweit Produkte aus illegaler Urwaldabholzung verkauft. Das ist das Ergebnis einer dreimonatigen Tropenholz-Recherche, die Greenpeace in deutschen Bau- und Holzmärkten durchgeführt hat.

Ob Bodenbeläge oder Möbel - Produkte ohne Nachhaltigkeitszertifikat sind überall zu finden. Am häufigsten sind die Hölzer Teak, Merbau und Jatoba am Markt vertreten. Wengé und Bangkirai folgen. Vor allem die Firma HolzLand und die Baumärkte Hammer und Hagebau bieten in Deutschland unzertifiziertes Tropenholz an. Nur das von allen Umweltverbänden anerkannte Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) garantiert Holzprodukte aus ökologisch und sozial gerechter Waldwirtschaft. Welche Firmen hierzulande in welchen Orten welche Produkte mit Tropenholz anbieten, kann man im Detail in dieser von Greenpeace erstellten Übersicht nachlesen. Welche Hölzer man bedenkenlos nutzen kann, zeigt dieser Greenpeace-Holzratgeber.